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Kämpfe und Umweltkatastrophen im Ort

Es ist selbstverständlich, dass ein im Marchfeld gelegener Ort oft und viel unter den auf diesem Boden sich abspielenden Kämpfen zu leiden hatte. Urkundlich belegt ist, dass 1645 beim schwedischen Einfall das ganze Dorf in Asche gelegt wurde. Der Lehensträger des Turmes, Jakob Salser, wurde von den Schweden zu Tode geprügelt. Der Ort hatte sich kaum zu erheben begonnen, als die große Hitze des Jahres 1654 im Marchfeld alles ausbrannte. Eine wichtige Rolle spielte Markgrafneusiedl an den Schlachttagen von Wagram, 5. und 6. Juli 1809. Hier war der schwache Punkt der österreichischen Aufstellung, wodurch trotz aller Tapferkeit der unter dem Fürsten Rosenberg stehenden Truppen, die Entscheidung zu Ungunsten der Österreicher fiel.

Adam Schöner´s Gasthaus -


Das Haus Nr. 58 beherbergte in der Nacht vom 5. auf den 6. Juli den Oberstleutnant Radetzky, am nächsten Tag wurde der ganze Ort zerstört, nur ein im Jahr 1714 erbautes Haus, auffallend durch einen wunderbaren Turm, blieb stehen. Bis zum Jahr 1901, in dem es der Gastwirt Adam Schöner durch einen Neubau ersetzen ließ, war es außer der Kirche und dem Dominikanerhof der einzige Zeuge einer früheren Zeit.

An das Jahr 1809 erinnern die unter der Kirche befindlichen Katakomben, wo tausende Schädel und Gebeine aufgeschlichtet sind. Ebenfalls befinden sich im Ort drei Schlachtsignierungspunkte, die mit französischer Hilfe zweisprachig gestaltet werden konnten: eine Gedenkstätte nahe der Ruine, eine Tafel am „Alten Pfarrhof“ (Nr. 10) und der Zugang zur Krypta der Pfarrkirche.

Schöner Adam´s Gasthaus -


Selbst von den nach 1809 errichteten Gebäuden sind nur die wenigsten übrig. War schon im Jahr 1830 die am Russbach gelegene Seite des Ortes durch Überschwemmung vernichtet worden, so wurde die Gemeinde Anfang der siebziger Jahre des 19. Jahrhunderts von Bränden arg heimgesucht. 1876 wurde das Haus Nr. 35, 1886 das Haus Nr. 39 vom Grund aus weggeschwemmt.

1894 und 1895 hatte die Gemeinde über 30 Brände zu verzeichnen. So kommt es, dass zu Beginn des 20. Jahrhunderts fast nur neue Gebäude solider Bauart bestehen.

Die Kampfhandlungen im zweiten Weltkrieg Anfang April 1945 versetzten nicht nur die Einwohner in Angst und Schrecken, auch wurden einige Häuser und die Russbachbrücke beschädigt.

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