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Später ist Markgrafneusiedl im Besitz der Burggrafen von Nürnberg. Burggraf Friedrich von Nürnberg hat im Jahr 1381 die Brüder Ludwig, Chadolt und Konrad von Eckartsau mit den Gütern Markgrafneusiedl, Ebenfelden und Zwingendorf mit aller Nutzung belehnt.(Lehenswesen) Eine Urkunde im Wiener Stadtarchiv zeigt, wie Chadolt, der eine von den soeben genannten Brüdern, im Jahre 1388 eine Weiterverlehnung von Gülten auf zwei halben (Bauern-)lehen zu Markgrafneusiedl vornimmt.

Im 14. Jahrhundert hatten die Nürnberger Burggrafen in Markgrafneusiedl wohl nur mehr die Lehenshoheit. Es ist bezeugt, dass die Herrn von Haslau und nach ihnen die von Pillichsdorf Eigenbesitz hatten. Auch die von Dachensteiner und die Herrn von Topel dürften hier begütert gewesen sein. Den Zehent aber hatten die Herzöge von Österreich, die etwa seit dem Jahr 1415 auch als Lehensherrn von Markgrafneusiedl erschienen, wie auf dem jüngeren Lehensbuche Herzog Albrechts V. bewiesen ist.

Das letzte Stadium ist Markgrafneusiedl als Bestandteil der Herrschaft Wolkersdorf. Wolkersdorf geht von den Dachsberg durch Erbschaft 1423 an Rüdiger von Starhemberg über. 1455 wird aber derselbe Rüdiger von Starhemberg auch mit dem Kirchenlehen und der Mannschaft zu Markgrafneusiedl, die zu dieser Zeit Reinprecht von Haslau gehört, belehnt. Damit dürfte der Grund für die spätere Zugehörigkeit Markgrafneusiedls zur Herrschaft Wolkersdorf gelegt worden sein.

1542 wurde diese von der Königin Anna, Gemahlin Kaiser Ferdinands I, angekauft und später durch Vermächtnis dem kaiserlichen Hofspital zu Wien zugewendet.

Außer Wolkersdorf finden wir die Wiener Dominikaner und Jesuiten als Ortsherrschaft. In einer wichtigen Vergleichsurkunde von 1698 unterzeichnen sich neben dem „kaiserlichen“ Richter der Staatsherrschaft Wolkersdorf der Dominikaner- und der Jesuitenrichter.

Im Jahr 1456 erwarb der Orden der Dominikaner einen Wirtschaftshof in Markgrafneusiedl, genannt „Kerphenhof“. (Heute Haus Nr. 50 – Dominikanerhof)

Ein Banntaiding (Recht auf niedere Gerichtsbarkeit) aus dem 16. Jahrhundert gibt über die Rechtsverhältnisse Aufschluss. Markgrafneusiedl gehörte mit dem Landgericht nach Marchegg. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts verglichen sich die beiden Dorfobrigkeiten über ihre Banntaidingsrechte. Das Banntaiding soll danach wechselweise ein Jahr auf dem Grund der Wolkersdorfer und das nachfolgende Jahr auf Dominikaner Grund abgehalten werden.


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