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Kurzgeschichte der Ruine

(Alfred Prenner jun.)


1220 - 1240

In der Romanik wird am Abbruch des Wagrams ein Wehrbau aus Steinquadern errichtet. Er ist Teil des Verteidigungsringes der Ostmark gegen Böhmen und Ungarn. Der Wehrturm erhält danach auch sakrale Funktion, als Kirche, die dem Hl. Martin geweiht ist.

1368

Erwähnung nicht mehr als Kirche sondern als „Feste“ mit Martinskapelle, was darauf schließen lässt, dass das Objekt den Wehrcharakter als weltliche Festung und Burg der Adeligen beibehielt.

1645

Schwedeneinfall in Markgrafneusiedl, zum letzten Mal suchen die Bewohner mit Hab und Gut Zuflucht in der Wehranlage, diese wird jedoch eingenommen und der Lehensträger des Turmes, Jakob Salsser, erschlagen.

1647

Am 5. Juli suchen die Gemeindevertreter beim Landesherren um Belehnung mit dem Lehen des alten Turmes zu Markgrafneusiedl an.

1783

Am 15. Juni wird zum letzten Mal eine Messe abgehalten, dem Pfarrer wurde die Abhaltung von Gottesdiensten wegen „unanständigen Zustandes“ des Bauwerks untersagt.

1809

5. und 6. Juli – Schlacht am Wagram. Das Gebäude dient den Österreichern unter Erzherog Karl als Kommandositz. Markgrafneusiedl wird zum Wendepunkt der Schlacht; durch Umgehung des östlichen Verteidigungspunktes der Österreicher gelang es den Franzosen, die Schlacht für sich zu entscheiden.

1817 - 1819

Die nun verfallene Ruine der Wehrkirche wird vom Müller (und Erfinder) Josef Danninger gekauft und zu einer der größten Windmühlen umgebaut.

1862

In der Nacht vom 30. auf den 31.12.1862 lässt ein anhaltender Sturm die Antriebsmechanik überhitzen und die Mühle wird ein Raub der Flammen.

1918

Besitzer Samuel und Valerie Löw

1939

Nach dem Kauf durch die Deutsche Ansiedlungsgesellschaft Berlin wird der Turm mit einem Flugfeuer versehen und stellt den südlichsten Punkt des Wehrmachtsflugplatzes Strasshof dar.

1943

Die Ruine wird dem deutschen Reich einverleibt.

1958 - 1960

Besitzer Alfred Schöner

1960 - 1968

Die Besitzer Fuhry Karl und Brigitte erbauen den Bungalow und nehmen notdürftige Sanierungsarbeiten an der Ruine vor, sie dient als Unterkunft und „Heustall“ für ihr Pony.

bis 1988

Besitzer Herr Kopetzky bewohnt fallweise den Bungalow und nutzt die Ruine als Fotoatelier und Partyraum.

ab 1988

Der neue Eigentümer Helmut Klager aus Raasdorf beginnt eine Generalsanierung, wodurch der Fortbestand dieses einmaligen Bauwerks und Industriedenkmals im südlichen Marchfeld gesichert sein dürfte.

1995

Der österreichische Archäologiebund beginnt die wissenschaftliche Untersuchung der Ruine und entdeckt unter anderem das an der Südseite befindliche „astronomische Fenster“, das jedes Jahr zur Wintersonnwende das einfallende Sonnenlicht in einem bestimmten Punkt an der gegenüberliegenden Innenwand bündelt.


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Wappen - Markgrafneusiedl
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